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Afrika/Kanaren/Mittlerer Osten Reiseberichte / Erfahrungsberichte

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Alt 08.09.2008, 20:48   #1
aggromania
kite division
 
Dabei seit: 09/2008
Beiträge: 1
Standard Reisebericht Essaouira, Marokko 2008-08

Kiten Marokko Essaouira

Im August 2008 war ich für knapp 10 Tage in Essaouira, Marokko, um den Freuden des Kite-Sports zu fröhnen.

Aus Europa kommt man am ehesten über den Flughafen in Agadir nach Marokko in die Nähe von Essaouira. Von dort geht es entweder mit dem Mietwagen oder mit einem Taxi oder Bus weiter, ein Mietwagen ist aber schon die bessere Alternative. Nach zweieinhalb bis drei Stunden Fahrtzeit erreicht man das ca. 120 km weiter nördlich gelegene Essaouira.

Die Stadt ist für afrikansiche Verhältnisse recht sauber und ordentlich. Die Altstadt wird durch eine alte Stadtmauer begrenzt. Innerhalb der Altstadt herrscht fast überall Markt-Atmosphäre mit orientalischem Flair, mit vielen kleinen Geschäften und Restaurants. Wer wildes Nachtleben sucht, wird kaum etwas finden: Discos oder (Tanz-)Bars sind mir nicht aufgefallen. Die Gegend wirkt karg, es ist felsig und hügelig, Steppenvegetation ist vorherrschend.

Die Bucht von Essaouira wird nach rechts durch eine Landzunge gebildet, auf der die Stadt liegt, zum offenen Meer hin wird sie teilweise durch eine kleine Insel abgeschirmt, die 1300m vom Strand entfernt ist. (Google Earth: 31°29'54.24"N, 9°45'43.20"W). Das hält teilweise die Wellen ab, grundsätzlich ist das Wasser aber, wie auf dem offenen Meer typisch, recht kabbelig, je stärker der Wind, desto mehr. Ganz früh morgens ist noch am Besten. Und auch wenn die Hauptwindsaison im Juli und August eigentlich die off-saison für Wellen ist, kommt da teilweise ein ordentlicher shore-break zustande, was aber auch den Reiz dieses Spots ausmacht. Der Boden fällt relativ flach ab, was bei der Brandung und dem dort recht feinen Sand dazu führt, dass im Uferbereich das Wasser im Laufe des Tages lehmig braun erscheint.

In der Bucht von Essaouira gibt es nur die Mistral Kite Station, wo man sich Material zu den üblichen Kondition leihen kann (North Kites und Boards) und Anfängerkurse buchen kann. Direkt an der Station ist ein Strandrestaurant, wo man zu Touri-Preisen a la Carte essen kann. Es ist gleichzeitig auch eine Windsurfstation, so dass man sich das Wasser mit Windsurfern teilen muss. Der Storage Platz scheint sehr begrenzt, ich musste mein Material immer mit nach Hause schleppen (ohne Auto wäre das sehr umständlich gewesen), und die Warteliste war lang. Hauptsächlich sind dort Franzosen die Gäste, da in Marokko die zweite Amtssprache französisch ist und der gemeine Franzose ja eher ungern eine andere als seine eigene Sprache spricht. Rudimentäre Französisch-Kenntnisse sind hilfreich, Englisch funktioniert aber auch.

Der Wind kommt in der Regel aus Nord Nord Ost (also von rechts). Die Angaben in Windguru sind leider ziemlich falsch. Schon morgens um neun ist er bereits relativ stark (20 Knoten +/- 4 Knoten, Windguruangabe: 14 +/-2) und wird zum Nachmittag bzw. frühen Abend hin immer stärker (30 Knoten +/- 5 Knoten, Windguruangabe: 20 +/-2), mit Tendenz zum stärkeren Wind. Morgens reicht also schon ein 7er oder 9er, ab mittags 5er oder 7er. Da der Wind über die Landzunge mit Essaouira zieht, ist er sehr böig, je stärker der Wind, umso stärker werden auch die Böen (je weiter man von der Landzunge entfernt ist, desto besser wird es aber, deswegen fahren viele geübtere Kiter im linken Teil der Bucht). Nachmittags ist aber kaum noch ein Kiter auf dem Wasser gewesen, da böiger Wind auf Sturmniveau einfach keinen Spaß macht. Der Wind ist auch überraschend frisch und transportiert auf Strandhöhe sehr viel feinen Sand. Man bekommt ständig Sand ins Gesicht geblasen, egal, wie man sich hinstellt, was auf die Dauer etwas nervig ist. Aufgebaute Kites werden intensiv sandgestrahlt.

Das Wasser ist ebenfalls recht kühl, mindestens shorty ist angesagt, wer auf Nummer sicher gehen will, sollte einen komplette suite mitnehmen oder leihen. Im linken Teil der Bucht sind auch die Wellen etwas größer und fangen früher an zu brechen, da der Meeresboden hier flacher abzufallen scheint.

Der Strand wird permanent von kleinen Wanderdünen passiert, die der Wind vor sich hertreibt, schräg links vor der Station auf dem Strand ist die Sammelstelle für Kamele und Pferde, auf denen Pauschaltouristen herumgeführt werden. Dieser Bereich ist dementsprechend von Kamel- und Pferdescheisse übersäht.

Die Marokkaner sind freundlich und aufgeschlossen. Ich habe mich zu keiner Zeit an keinem Ort bedroht gefühlt. Sauberkeit/Hygiene scheinen in der marokkanischen Kultur aber eher einen geringeren Stellenwert zu besitzen (aber man stellt sich schon auf das Anspruchsnvieau von Mitteleuopäern ein, die Appartements, die ich gesehen habe, sind picobello sauber gewesen). Leider versuchen Verkäufer, Händler, Barbiere, Appartementbesitzer, Parkeinweiser, Strandverkäufer, etc. einem permanent und unverfroren durch überzogene Preise das Geld aus der Tasche zu ziehen. Generell ist das Preisniveau aber recht niedrig. Wenn ein Händler also einen Preis auf europäischem Niveau verlangt, ist Skepsis geboten.

Die marokkanische Küche war nicht mein Fall. Sie zeichnet sich in meinen Augen durch unkreative Kreationen, unharmonische Zutatenzusammenstellungen und geringe Vielseitigkeit aus. Lecker ist frisches Fladenbrot im traditionellen Lehmofen gebacken (schmeckt am Besten, solange es noch warm ist) und Kefta (mit Koreander gewürzte, gegrillte Frikadellchen). Sehr lecker ist der meist frisch gepresste Orangensaft und sonstige Säfte und einige Süßspeisen. Alkoholische Getränke sind sehr rar. Auch Fisch ist vermutlich dort gut zu essen, da er recht frisch sein dürfte, habe ich aber nicht ausprobiert. Magenprobleme oder Durchfall waren kein Thema.

Als Unterkunft kann man entweder ein Hotel buchen oder sich in ein Appartement einmieten (empfehlenswert!). Am Straßenrand stehen ständig Leute, die mit Schlüsseln wedeln und Appartements vermitteln wollen. Man findet also ohne Probleme vor Ort eine Unterkunft, ohne diese vor der Reise reservieren zu müssen. Für ein Appartement mit zwei Schlafzimmern, Aufenthaltsraum, Fernseher, Küche und anständigen Badezimmer sollte nicht mehr als 300 bis max. 400 MAD (1EUR = ca. 12MAD) ausgegeben werden, für schlechter ausgestattete Appartements 200 bis max. 300 MAD, die Preisverhandlung fängt meist bei 500 MAD oder 600 MAD an. In größeren Appartements können ohne Probleme vier bis sechs Leute unterkommen. Zur täglichen Nahrungsaufnahme ist das Cafe Oasis zu empfehlen. Dieses gehört zu einer Tankstellenkette und liegt am süd-ostlichen Stadtrand und ist ähnlich aufgebaut wie eine große Autobahnraststätte, bloß ohne Autobahn. Es hat eine eigene Bäckerei und einen eigenen Metzger. Ein komplettes Frühstücksmenü bekommt man für 2 Euro, Mittags- und Abendtisch für 2-5 Euro pro Person, je nach Umfang.

Ein Mietwagen ist ebenfalls zu empfehlen, dann kann man morgens bequem frühstücken fahren und danach gleich weiter zu Mistral-Station, an der man gut parken kann (gebührenpflichtig) und auch ab und zu mal den 20 km weiter südlich gelegenen Spot Sidi Kaouki (Google Earth 31°21'10.80"N, 9°47'51.03"W) anfahren. Dort gibt es eine sehr urige Surfstation mit Restaurant / Cafe auf einer Veranda und einem herrlichen Blick auf Strand und Küste. Auch hier kann man kiten, die Wellen sind hier allerdings noch größer und die Strömungen stärker. Der Wind hat aber einen stärkeren off-shore Vektor, ist also eher ablandig. Der Spot scheint eher von Windsurfern dominiert zu werden. Der Strand dort ist auch bei den Marokkanern als Badestrand recht beliebt.

Fazit:
Gute bis sehr gute Kiter können auf ihre Kosten kommen, wenn sie keine Probleme mit böigem Wind haben. Einzig interessant ist das Spiel mit den Wellen bzw. der Brandung und aus meiner Sicht der Hauptgrund, dort zu kiten. Hierfür könnte auch Sidi Kaouki noch interessanter sein. Für Anfänger ist dieser Spot definitiv nicht zu empfehlen. Ist eine Erfahrung wert gewesen, würde aber nicht noch mal hinfahren. Dahkla scheint zum kiten deutlich besser geeignet, auch wenn dort der Wind ebenfalls etwas böig ist.
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Alt 01.05.2011, 16:10   #2
yoyo
ff-webdesigner
 
Dabei seit: 06/2003
Ort: Regensburg
Beiträge: 540
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danke, guter bericht!
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Alt 01.05.2011, 18:30   #3
kitesven
gitano
 
Dabei seit: 12/2001
Ort: meist im womo :)
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aggromania ist offline

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